Schaffe, schaffe, Häusle baue
Seit über fünfzig Jahren ist die entlohnte Erwerbsarbeit keine Männerdomäne mehr. Ob aus persönlicher Selbstverwirklichung oder ökonomischer Notwendigkeit, seit einem halben Jahrhundert gehört das Nachgehen eines Berufes auch zum Alltagsleben von Frauen. Paradoxerweise hat gerade die linke Feministin Simone de Beauvoir das emanzipatorische Potential, das dem Kapitalismus innewohnt, entdeckt: Gebietet dieser, keine Arbeitskraft brachliegen zu lassen, so erreicht frau erst durch ökonomische Unabhängigkeit jene Freiheit, die ihr von Beginn an zugestanden wäre.

Alles paletti also im kapitalistischen Wonneland? Mitnichten. Trotz einer regen Partizipation am Arbeitsmarkt haben Frauen auch im Berufsleben immer noch das Nachsehen: Oft angesiedelt auf dem sekundären Arbeitsmarkt, der sich durch prekäre Beschäftigungsformen wie Teilzeit- oder Werkvertragsarbeit sowie durch geringe Mitspracherechte, schlechtere Vertragsbedingungen und geringere Karrierechancen auszeichnet, bilden sie die neue Arbeiterklasse der Unterdrückten und Ausgebeuteten. Darüber hinaus werden auch höher qualifizierte Frauen öfter in unterqualifizierten Feldern eingesetzt, für gleiche Leistungen schlechter entlohnt als ihre männlichen Pendants und müssen sich ? immer noch ? mit Sexismen am Arbeitsplatz herumschlagen.

Wer geschlechtsspezifische Diskriminierung am Arbeitsplatz in den Bereich der Mythen verfrachten möchte, dem sei geraten, den Bericht der Anwaltschaft für Gleichberechtigung durchzublättern, in dem Verfehlungen gemäß § 10 a, dem Gleichbehandlungsgesetz dokumentiert werden. Ein Auszug: Eine Sozialarbeiterin wird bei Bewerbungen wiederholt mit dem Argument der Teamzusammensetzung zugunsten von männlichen Mitbewerben nicht berücksichtigt. Eine Frau bewirbt sich in einem bekannten Elektrokonzern und muss einen Schwangerschaftstest durchführen lassen sowie den betreffenden ärztlichen Befund vorlegen. Eine Frau mit juristischem Studienabschluss bewirbt sich bei zwei Gemeinden, in beiden wird ihr unverblümt mitgeteilt, dass sie als Frau für diesen Posten keine Chancen hat. Eine Frau folgt dem Chefredakteur einer großen Tageszeitung nach, verdient in diesem Posten aber deutlich weniger als ihr männlicher Vorgänger.
Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Natürlich gibt es auch Fälle von männlicher Diskriminierung, beispielsweise den Fall eines jungen Mannes, der sich in einer Drogerie als Verkäufer bewirbt, woraufhin er mit der Begründung abgelehnt wird, dass die Kundinnen sich eine Frau (!) zur Beratung erwarten würden. Die Diskriminierungsmechanismen, die hinter diesen Beschwerden stecken, sind mannigfaltig, beziehen sich jedoch in jedem Fall auf die erwartete Geschlechtsposition, die eine Bewerberin oder ein Bewerber einnehmen wird: Eine Frau kann schwanger werden und wird (selbstverständlich!?) zu Hause bleiben, um den Nachwuchs zu hüten. Ein Mann hat mit Kosmetik nichts am Hut und ist auch sonst eher ungepflegt. Eine Frau wirkt als Störfaktor in einem vorwiegend männlichen Team, da sie als Frau die Männer irritieren wird.
Anstatt die Kompetenz und die Erfahrung einer Bewerberin oder eines Bewerbes zu prüfen und danach zu handeln, werden an Frauen und Männer gerade in solchen Situationen geschlechtsspezifische Verhaltenserwartungen herangetragen, die mit der tatsächlich gelebten Wirklichkeit dieser Menschen nichts zu tun haben müssen. Doch anstelle in wildes Geschrei über ungerechte Personalchefs und ?chefinnen zu verfallen, sollte sich in jede und jeder in dieser Hinsicht einmal selbst an der Nase nehmen und überlegen, nach welchen Kriterien er oder sie Menschen ? denn das zumindest sind wir alle ? beobachtet und beurteilt. Denn Diskriminierung fängt nicht erst im Beruf an.


Alles paletti also im kapitalistischen Wonneland? Mitnichten. Trotz einer regen Partizipation am Arbeitsmarkt haben Frauen auch im Berufsleben immer noch das Nachsehen: Oft angesiedelt auf dem sekundären Arbeitsmarkt, der sich durch prekäre Beschäftigungsformen wie Teilzeit- oder Werkvertragsarbeit sowie durch geringe Mitspracherechte, schlechtere Vertragsbedingungen und geringere Karrierechancen auszeichnet, bilden sie die neue Arbeiterklasse der Unterdrückten und Ausgebeuteten. Darüber hinaus werden auch höher qualifizierte Frauen öfter in unterqualifizierten Feldern eingesetzt, für gleiche Leistungen schlechter entlohnt als ihre männlichen Pendants und müssen sich ? immer noch ? mit Sexismen am Arbeitsplatz herumschlagen.

Wer geschlechtsspezifische Diskriminierung am Arbeitsplatz in den Bereich der Mythen verfrachten möchte, dem sei geraten, den Bericht der Anwaltschaft für Gleichberechtigung durchzublättern, in dem Verfehlungen gemäß § 10 a, dem Gleichbehandlungsgesetz dokumentiert werden. Ein Auszug: Eine Sozialarbeiterin wird bei Bewerbungen wiederholt mit dem Argument der Teamzusammensetzung zugunsten von männlichen Mitbewerben nicht berücksichtigt. Eine Frau bewirbt sich in einem bekannten Elektrokonzern und muss einen Schwangerschaftstest durchführen lassen sowie den betreffenden ärztlichen Befund vorlegen. Eine Frau mit juristischem Studienabschluss bewirbt sich bei zwei Gemeinden, in beiden wird ihr unverblümt mitgeteilt, dass sie als Frau für diesen Posten keine Chancen hat. Eine Frau folgt dem Chefredakteur einer großen Tageszeitung nach, verdient in diesem Posten aber deutlich weniger als ihr männlicher Vorgänger.
Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Natürlich gibt es auch Fälle von männlicher Diskriminierung, beispielsweise den Fall eines jungen Mannes, der sich in einer Drogerie als Verkäufer bewirbt, woraufhin er mit der Begründung abgelehnt wird, dass die Kundinnen sich eine Frau (!) zur Beratung erwarten würden. Die Diskriminierungsmechanismen, die hinter diesen Beschwerden stecken, sind mannigfaltig, beziehen sich jedoch in jedem Fall auf die erwartete Geschlechtsposition, die eine Bewerberin oder ein Bewerber einnehmen wird: Eine Frau kann schwanger werden und wird (selbstverständlich!?) zu Hause bleiben, um den Nachwuchs zu hüten. Ein Mann hat mit Kosmetik nichts am Hut und ist auch sonst eher ungepflegt. Eine Frau wirkt als Störfaktor in einem vorwiegend männlichen Team, da sie als Frau die Männer irritieren wird.
Anstatt die Kompetenz und die Erfahrung einer Bewerberin oder eines Bewerbes zu prüfen und danach zu handeln, werden an Frauen und Männer gerade in solchen Situationen geschlechtsspezifische Verhaltenserwartungen herangetragen, die mit der tatsächlich gelebten Wirklichkeit dieser Menschen nichts zu tun haben müssen. Doch anstelle in wildes Geschrei über ungerechte Personalchefs und ?chefinnen zu verfallen, sollte sich in jede und jeder in dieser Hinsicht einmal selbst an der Nase nehmen und überlegen, nach welchen Kriterien er oder sie Menschen ? denn das zumindest sind wir alle ? beobachtet und beurteilt. Denn Diskriminierung fängt nicht erst im Beruf an.



Kommentare
Absolut richtig!
Eine zum Himmel stinkende Ungerechtigkeit, dass zum Teil für gleiche Arbeit kein gleicher Lohn bezahlt wird. Eine grenzenlose Frechheit, dass Frauen für die gleiche Arbeit um im Schnitt 1/3 weniger erhalten als ihre männlichen Kollegen.
So was gehört gesetzlich geregelt und aufs Strengste überwacht und bei zuwinderhandeln auch entsprechend bestraft.
es kann sich nicht von heut auf morgen ändern.
in gewissen berufssparten wird es immer so bleiben, dass frauen eine teils "störende" rolle übernehmen werden.
solang nicht mehr frauen zb. einen technischen berufsweg einschlagen, werden sie immer in der minderheit bleiben und darum auch nicht so gern aufgenommen, wie das männliche gegenstück.
dafür brauchen wir frauen, mit starkem charakter und vorallem mehr von ihnen.
zu schulzeiten gab es an meiner htl gerade mal 5 frauen auf 1500 männern.
von diesen 5 frauen haben gerade 2 die htl zu ende gemacht.
klar, dass diese beiden dann im berufsleben entweder als störend oder als verschönerung empfunden werden, schließlich sind sie etwas besonderes.
Da sollen die Herrn Bartenstein und Leitl einmal auf ein Bier gehen und einen Gesetzes-Entwurf vorlegen, um diese Frechheit aus der Welt zu schaffen. Proletarier aller Länder vereinigt euch und stehet auf zum Kampf gegen das Diktat der Wirtschaftsbosse!
Wichtig wäre es auch beiden Seiten "artfremde" Berufe mit Werbekampagnen und Anreizen schmackhaft zu machen. Frauen in sehr männlich dominierten Bereich, wie der Technik, anzusiedeln und Männer im Dienstleistungssektor, etc.